Was ist eine DiGA? Die digitale Revolution in der Psychotherapie
Zusammenfassung

Vielleicht hast du den Begriff „App auf Rezept“ schon einmal gehört und dich gefragt: Was genau ist eigentlich eine DiGA?

Gerade wenn du nach Unterstützung bei psychischen Belastungen suchst, taucht der Begriff immer häufiger auf. Gleichzeitig bleibt oft unklar, was dahintersteckt und ob digitale Therapie wirklich seriös und hilfreich sein kann. Viele Menschen wünschen sich Unterstützung genau dann, wenn Belastungen im Alltag entstehen, nicht erst Wochen später beim nächsten Termin.

Genau hier setzen digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) an. Eine DiGA ist nicht einfach irgendeine Gesundheits-App, sondern ein geprüftes Medizinprodukt, das medizinische und psychotherapeutische Unterstützung bieten kann.

Gerade bei Borderline kann digitale Unterstützung entlastend sein – zum Beispiel während der Wartezeit auf einen Therapieplatz oder ergänzend zur laufenden Behandlung. In diesem Artikel erfährst du, was eine DiGA genau ist, wie die Zulassung funktioniert und warum digitale Therapieangebote wie priovi für viele Menschen mit Borderline hilfreich sein können.

Medizinische Qualität: Wie wird eine App zur DiGA?

Nicht jede Gesundheits-App darf sich automatisch DiGA nennen. Damit eine digitale Gesundheitsanwendung offiziell verordnet werden kann, muss sie ein umfangreiches Prüfverfahren durchlaufen.

Zuständig dafür ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dort wird geprüft:

  • ob die Anwendung medizinisch sinnvoll ist.
  • ob Datenschutz und Datensicherheit eingehalten werden.
  • ob wissenschaftliche Nachweise zur Wirksamkeit vorliegen.
  • ob die Anwendung Betroffene tatsächlich unterstützen kann.

Erst danach kann eine digitale Gesundheitsanwendung ins offizielle DiGA-Verzeichnis aufgenommen werden.

Warum wissenschaftliche Nachweise so wichtig sind

Gerade im Bereich psychischer Gesundheit gibt es viele Apps und Online-Angebote. Nicht alle basieren jedoch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Eine echte DiGA muss nachweisen, dass sie einen sogenannten „positiven Versorgungseffekt“ bietet.

Das bedeutet, die Anwendung muss zeigen können, dass sie Betroffene sinnvoll unterstützt. Studien zeigen, dass strukturierte psychotherapeutische Ansätze bei Borderline hilfreich sein können, um Emotionsregulation und Stabilität zu fördern (vgl. Storebø et al., 2020). Bei priovi, der DiGA für Borderline, geht es zum Beispiel darum,

  • emotionale Belastungen besser zu verstehen.
  • den Alltag strukturierter zu bewältigen.
  • therapeutische Strategien anzuwenden.
  • Krisen besser zu regulieren.

Datenschutz: Warum DiGAs strenger geprüft werden

Viele Menschen fragen sich verständlicherweise: „Sind meine Daten dort überhaupt sicher?“ Gerade psychische Gesundheit ist ein sensibles Thema. DiGAs unterliegen deshalb strengen Datenschutzanforderungen. Dazu gehören unter anderem:

  • verschlüsselte Datenübertragung
  • hohe Sicherheitsstandards
  • klare Regeln zur Datenspeicherung
  • medizinrechtliche Vorgaben

Das unterscheidet eine digitale Gesundheitsanwendung deutlich von vielen frei verfügbaren Gesundheits-Apps.

Fokus Psyche: Wie DiGAs bei der Behandlung von Borderline helfen

Menschen mit Borderline erleben emotionale Belastungen oft nicht nur „ab und zu“. Gefühle können sich schnell verändern. Anspannung steigt plötzlich. Krisen entstehen mitten im Alltag.

Genau deshalb reicht Unterstützung einmal pro Woche manchmal nicht aus. Digitale Therapie kann hier ergänzend helfen – direkt im Alltag und unabhängig von festen Terminen.

Sofortige Unterstützung ohne lange Wartezeiten

Die Suche nach einem Therapieplatz kann belastend sein. Viele Betroffene erleben:

  • lange Wartezeiten
  • Unsicherheit
  • Überforderung
  • das Gefühl, dringend Hilfe zu brauchen

Digitale Gesundheitsanwendungen können diese Zeit überbrücken. Das bedeutet nicht, dass eine digitale Therapie persönliche Psychotherapie ersetzt.

Aber sie kann dir helfen, früher Unterstützung zu bekommen und erste Strategien aufzubauen. Wissenschaftliche Leitlinien zur Borderline-Störung empfehlen eine frühzeitige und strukturierte psychotherapeutische Unterstützung (vgl. NICE, 2009).

Unterstützung genau dann, wenn die Anspannung steigt

Aber auch alleinstehend ist eine DiGA wirksam. Ein großer Unterschied zur klassischen Therapie: Digitale Unterstützung ist oft jederzeit verfügbar. Gerade bei Borderline entstehen schwierige Situationen häufig spät abends, nach Konflikten, in stressigen Momenten oder bei starker innerer Anspannung.

Viele Betroffene erleben es als hilfreich, Unterstützung nicht nur „theoretisch“ zu kennen, sondern sie direkt im Alltag nutzen zu können. Digitale Therapieprogramme wie priovi können dich dabei unterstützen,

  • Gefühle besser einzuordnen
  • Warnzeichen früher wahrzunehmen
  • Krisen besser zu verstehen
  • hilfreiche Strategien im Alltag anzuwenden

Wie priovi Borderline-Betroffene unterstützen kann

priovi basiert auf Konzepten der Schematherapie. Die digitale Therapie unterstützt dich unter anderem dabei:

  • emotionale Muster besser zu verstehen
  • innere Anspannung einzuordnen
  • neue Bewältigungsstrategien aufzubauen
  • Gefühle bewusster wahrzunehmen

Gerade bei Borderline erleben viele Menschen ihre Gefühle als sehr intensiv. Digitale Unterstützung kann helfen, therapeutische Inhalte regelmäßiger in den Alltag zu integrieren.

Der Weg zur DiGA: So nutzt du die digitale Unterstützung

Viele Menschen wissen zunächst gar nicht, wie sie eine digitale Gesundheitsanwendung überhaupt bekommen können. Der Ablauf ist meistens einfacher, als viele erwarten.

Wer kann eine DiGA verordnen?

Eine DiGA kann zum Beispiel verordnet werden durch:

  • Hausärzt:innen
  • Psychiater:innen
  • psychologische Psychotherapeut:innen
  • Fachärzt:innen

Gerade nach einer Borderline-Diagnose wünschen sich viele Menschen schnelle und niedrigschwellige Unterstützung. Im Gespräch kannst du ansprechen:

  • welche Belastungen dich aktuell beschäftigen.
  • ob du dir zusätzliche Unterstützung wünschst.
  • ob digitale Therapie für dich sinnvoll sein könnte.

Warum die Krankenkasse die Kosten übernimmt

Viele fragen sich: „Muss ich das selbst bezahlen?“ Wenn eine DiGA offiziell zugelassen ist, werden die Kosten bei gesetzlich Versicherten vollständig übernommen.

Das Ziel dahinter: digitale Unterstützung möglichst zugänglich zu machen. Gerade bei psychischen Belastungen kann das wichtig sein, weil finanzielle Hürden oft zusätzlichen Druck erzeugen.

Vom Rezept zum Freischaltcode

Der Ablauf funktioniert meistens so:

  • Ärzt:innen oder Therapeut:innen stellen ein Rezept aus
  • Das Rezept wird bei der Krankenkasse eingereicht
  • Die Krankenkasse sendet einen Freischaltcode
  • Mit dem Code kann die digitale Therapie aktiviert werden

Je nach Krankenkasse funktioniert das:

  • per App
  • online
  • per E-Mail
  • oder per Post

DiGA Liste und Verzeichnis: Den Überblick behalten

Das offizielle diga Verzeichnis wird vom BfArM geführt. Dort sind nur Anwendungen gelistet, die die medizinischen Anforderungen erfüllen. Im Verzeichnis findest du Informationen zu:

  • Einsatzgebieten
  • wissenschaftlichen Grundlagen
  • Datenschutz
  • Verschreibungsmöglichkeiten
  • Kostenübernahme

Das hilft Betroffenen und Angehörigen, seriöse Angebote besser von ungeprüften Apps zu unterscheiden.

Warum das DiGA-Verzeichnis wichtig ist

Gerade im Bereich psychischer Gesundheit gibt es inzwischen unzählige digitale Angebote. Nicht alle sind medizinisch geprüft. Das offizielle diga Verzeichnis schafft deshalb Orientierung.

Dort werden nur Anwendungen aufgenommen, die bestimmte Qualitätsstandards erfüllen. Für viele Betroffene kann das Sicherheit geben – gerade dann, wenn Unsicherheit gegenüber digitalen Angeboten besteht.

Digitale Therapie als Ergänzung – nicht als Ersatz

Digitale Unterstützung bedeutet nicht, dass persönliche Therapie unwichtig wird. Gerade bei Borderline bleibt psychotherapeutische Begleitung oft ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Digitale Therapie kann aber ergänzend unterstützen:

  • zwischen Therapiesitzungen
  • während Wartezeiten
  • im Alltag
  • in belastenden Situationen

Viele Betroffene erleben genau diese Kombination als hilfreich: persönliche Therapie plus Unterstützung im Alltag.

Fazit – Moderne Unterstützung direkt im Alltag

Eine DiGA ist deutlich mehr als nur eine „App auf Rezept“. Sie ist ein geprüftes medizinisches Angebot, das Menschen dabei unterstützen kann, mit psychischen Belastungen besser umzugehen.

Gerade bei Borderline kann digitale Therapie helfen, Unterstützung nicht nur im Therapieraum, sondern auch mitten im Alltag verfügbar zu machen. Und manchmal beginnt genau dort Entlastung: mit dem Gefühl, nicht bis zum nächsten Termin allein durchhalten zu müssen.

Die wichtigsten Fragen & Antworten

Behandlung & Therapie

Eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) ist ein zertifiziertes Medizinprodukt, das Patient:innen dabei hilft, Krankheiten zu erkennen, zu lindern oder zu behandeln. Sie wird von Expert:innen entwickelt und staatlich geprüft. Im Gegensatz zu normalen Lifestyle-Apps muss eine DiGA wissenschaftlich nachweisen, dass sie einen echten therapeutischen Nutzen hat – zum Beispiel bei der Behandlung von Borderline.

Der Weg ist derselbe wie bei einem Medikament. Deine behandelnde Ärztin, dein behandelnder Arzt oder Psychotherapeut:in stellt dir ein Rezept für die entsprechende Anwendung aus. Dieses Rezept reichst du bei deiner Krankenkasse ein und erhältst kurz darauf einen Freischaltcode, mit dem du die DiGA aktivieren kannst. Es ist eine einfache Möglichkeit, sofort Hilfe bei Borderline zu erhalten.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) führt ein offizielles DiGA-Verzeichnis. Dort kannst du nach Anwendungsgebieten wie „Depression“, „Angst“ oder „Persönlichkeitsstörungen“ filtern. Dort findest du auch priovi als spezialisierte Lösung für Menschen mit dem Borderline-Typ.

Quellen